Edelmetall im Mund – Ist es gesund?

Edelmetall im Mund

Der Einsatz von Legierungen in der Zahnmedizin, sei es z.B. in Form von Implantaten oder Brücken, unterliegt bestimmten Anforderungen. Häufig fällt dabei der Begriff „Biokompatibilität“, der aus dem Griechischen kommt und Lebensverträglichkeit bedeutet. Wie sich Edelmetalle in der Zahnversorgung auf die Gesundheit auswirken, erfahren Sie nachfolgend.

Sind Metalle ein Risiko für den Patienten? Nein – nicht generell, denn der größte Anteil der in den Körper gelangenden Metallionen unterliegt dem normalen Metabolismus, wird gebunden und wieder ausgeschieden. In vitro wirken einige Metallionen zwar mitunter sogar zelltoxisch (Kupfer, Silber), jedoch bilden in vitro Tests nicht die Wirklichkeit im menschlichen Körper ab. In der Realität sind beispielsweise bei Silber keine gesundheitsgefährdenden Wirkungen feststellbar.

Evolutionsgeschichtlich hat sich der Mensch eine Toleranz gegenüber vielen Fremdstoffen angeeignet und toleriert in der Regel eine Belastung mit Metallionen. Metallionen werden von jedem Menschen hauptsächlich durch die Nahrung aufgenommen – und zwar in größerer Menge als durch Zahnersatz. Dies ist in der Regel biologisch nicht schädlich. Einige Metalle sind sogar essentiell für den menschlichen Körper, wie z.B. Kupfer. Abweichungen davon finden sich in lokalen Intoxikationen oder allergischen Reaktionen. Hierbei spielt aber nicht das Allergen die wichtigste Rolle sondern die Prädisposition des Individuums: nur weil nicht alle Menschen Erdnüsse vertragen, werden Erdnüsse nicht verboten.  Es besteht also ein (geringes) individuelles Restrisiko für jeden Menschen, dass er auf Metallionen reagiert.

Aus diesem Grund ist es auch nicht nützlich, sogenannte Biolegierungen einzusetzen, die auf bestimmte (wichtige) Elemente verzichten, denn auch Biolegierungen können kein individuelles Restrisiko mindern! So sind wissenschaftlich z.B. keine gehäuften Reaktionen auf Elemente wie Palladium nachgewiesen worden.

Das Risiko von Korrosion vom Metall im Mundmilieu ist nicht vermeidbar, aber reduzierbar. In Tests schneiden hochgoldhaltige Legierungen mit der besten Korrosionsfestigkeit ab. Fräsen in Edelmetall kann zusätzlich Risiken minimieren, weil keine zahntechnischen Verarbeitungsprozesse mehr nötig sind.

Generell haben Legierungen aus Edelmetall viele Vorteile, vor allem gibt es wirkliche Langzeiterfahrungen. Sie sind einfach zu verarbeiten und haben gute physikalische und biologische Eigenschaften. Sie sind für alle Indikationsbereiche einsetzbar. Argumente gegenüber Patienten sind Langlebigkeit, Biokompatibilität, Wertbeständigkeit sowie auch Ästhetik.

Ihr
Heiko Grusche

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