Die Rückgewinnung von Edelmetallen ist nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern trägt auch wesentlich zur Ressourcenschonung bei. Um das Recycling von Edelmetall effizient und transparent zu gestalten, ist die richtige Einordnung des gesammelten Materials schon vor der Anlieferung bei einer Gold- und Silberscheideanstalt entscheidend.
Grundsätzlich unterscheidet man sog. Scheidgut und Gekrätz. Der zentrale Unterschied liegt im Edelmetallanteil des angelieferten Materials. Die Aufarbeitung von Scheidgut und Gekrätz erfordert aufgrund ihrer Materialbeschaffenheit unterschiedliche Aufarbeitungsverfahren. Auf die jeweiligen Verfahren und Charakteristiken gehen wir in diesem Blogbeitrag detailliert ein.
Der Begriff Scheidgut bedeutet „schmelzbare Edelmetallreste“
Scheidgut umfasst Materialien mit vergleichsweise hohem Edelmetallgehalt und geringem Fremdstoffanteil wie zum Beispiel:
- Altgold (u.a. Schmuck, Goldzähne, alte Goldbarren)
- hochgoldhaltige Abfälle aus der Schmuckproduktion wie z.B. Gussreste, Stanzgitter
- Feilungen und Späne
Diese Materialien werden eingeschmolzen, homogenisiert und anschließend beprobt. Anhand von Bohrspänen aus dem gegossenen Barren lässt sich der exakte Edelmetallgehalt mittels Dokimasie bestimmen. Die Aufarbeitung erfolgt im Anschluss durch das Auflösen und Trennen in sog. Königswasser – eine Mischung aus Salz- und Salpetersäure. Der Name bezeichnet die Fähigkeit, den „König der Metalle“ Gold aufzulösen.
Der Begriff „Gekrätz“ stammt von „Zusammenkratzen“
Hierbei handelt es sich um stark verunreinigte Materialien wie zum Beispiel:
- Kehricht und Werkstattstaub
- Filterbeutel
- Schlämme und Polierreste
Gekrätz wird zunächst thermisch behandelt (Veraschung), um organische Bestandteile zu entfernen. Die verbleibende Asche wird anschließend gemahlen und gesiebt, um eine homogene Probe zu ermöglichen.
Wichtig: Aufgrund des oft geringeren Edelmetallgehalts wird Gekrätz meist über längere Zeit gesammelt, bevor sich die Aufarbeitung wirtschaftlich lohnt.
Die Unterschiede zwischen Scheidgut und Gekrätz auf einen Blick:
| Kriterium | Scheidgut | Gekrätz |
| Reinheit | Relativ hoch | Eher niedrig |
| Beispiele | Schmuck, Gussreste, Feilung | Kehricht, Filter, Schlämme |
| Probenahme | Bohrprobe aus Barren | Nach Mahlen und Homogenisierung |
| Recycling-Art | Hydrometallurgische Aufbereitung (in Königswasser) | Veraschung + pyrometallurgisches Verfahren |
| Sammlung | Direkt verwertbar | Sammlung über längere Zeit sinnvoll |
Warum ist die richtige Trennung von Scheidgut und Gekrätz so wichtig?
Die korrekte Sortierung von Edelmetallresten ist mehr als nur ein organisatorischer Schritt, sie entscheidet maßgeblich über die Effizienz und Wirtschaftlichkeit des gesamten Recyclingprozesses. Sie beeinflusst die Art der Analyse und die Aufarbeitung selbst.
Wer Scheidgut und Gekrätz sauber trennt, schafft die Basis für einen reibungslosen, transparenten und nachhaltigen Edelmetallkreislauf – und holt das Maximum aus seinen gesammelten Materialien heraus.
Wie genau die Aufarbeitung von Gekrätz im Detail funktioniert erklären wir hier:
https://blog.c-hafner.de/recycling-von-gekraetz-ein-lukrativer-und-nachhaltiger-beitrag-zur-kreislaufwirtschaft/
Außerdem finden Sie auf unserer C.HAFNER Website weitere Recycling-Informationen:
https://www.c-hafner.de/produkte-leistungen/edelmetall-recycling.html
Kurz zusammengefasst:
- Beim Edelmetallrecycling wird in einer Gold- und Silberscheideanstalt zwischen Gekrätz und Scheidgut unterschieden.
- Scheidgut umfasst das gesamte Altgoldsortiment – von Altschmuck bis hin zu Goldzähnen. Dazu zählen auch industrielle, goldhaltige Abfälle aus Halbzeugen, die nicht mit anderen Stoffen verunreinigt wurden.
- Beim Gekrätz ist das Edelmetall mit anderen Stoffen vermischt, wobei der Edelmetallanteil im Vergleich zum angelieferten Material relativ gering ist. Das Recyclingverfahren unterscheidet sich daher von dem des Scheidguts.
Das Recyceln von Altgold, ist aus ökologischer und wirtschaftlicher Sicht wichtig, um Edelmetalle wieder in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen.



