Designer in Residence: Im Gespräch mit Elwy Schutten

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Wie beeinflusst die Kultur unsere Identität? Wie können wir alte Kultur in die Moderne übertragen? Wie funktioniert die moderne Kultur überhaupt? – Mit diesen und weiteren Fragen zur Kultur und Identität setzt sich die niederländische Schmuckdesignerin Elwy Schutten im dreimonatigen Stipendium „Designer in Residence“ im EMMA Kreativzentrum Pforzheim auseinander.  Über ihre Ergebnisse und Erfahrung sprechen wir im Interview mit der jungen Designerin.

 

 

Elwy Schutten, wie kamst Du auf die Idee, Dich mit der Schmuckkultur und der Identität zu beschäftigen?

Das Thema der Identität beschäftigt mich seit einiger Zeit. In meiner Bachelor-Abschlussarbeit an der Maastricht Academy of Fine Arts & Design verarbeitete ich Fragen zur Identität, z.B. was die Haut über die Identität aussagt.

Elwy Schutten mit Fabian Jäger beim Hohlprägen. Fotografie: Winfried Reinhardt

Elwy Schutten mit Fabian Jäger beim Hohlprägen. Fotografie: Winfried Reinhardt

Mein Stipendium ging ich sehr offen an. Ich wusste erst mal nicht, mit welchen Techniken und Materialien ich arbeiten werde. Da Pforzheim die Schmuckstadt überhaupt ist, beschloss ich, mich intensiv mit der Kultur von Schmuck zu beschäftigen. Denn an keinem anderen Ort erlebt man die Geschichte und Gegenwart des Schmuckes so nah wie im Schmuckmuseum oder Technischem Museum. Im Technischen Museum lernte ich den Fallhammer kennen und war sofort fasziniert, da man mit dieser Maschine aus etwas Flachem dreidimensionale Figuren schaffen kann. Das Hohlprägen mit dem Fallhammer ist eine Sondertechnik des Goldschmiedens, die heutzutage fast vergessen ist, umso mehr hat es mich dazu bewegt, mit dieser manufakturellen Technik zu experimentieren. Im EMMA habe ich dann vom Werkstattleiter Fabian Jäger gelernt, mit dem Fallhammer zu arbeiten.

 

Bist Du mit den Ergebnissen Deines Stipendiums zufrieden? 

Definitiv. In meinem Stipendium habe ich viel Erfahrung sammeln können. Zum einen durch neue Techniken, zum anderen durch den Austausch mit anderen Leuten. Für die Ausstellung habe ich zehn  Ketten kreiert, die  das Zusammenspiel von Kultur und Identität darstellen.  Die verwendeten Materialien dazu sind Silber, vergoldetes Silber und Speckstein. Die Technik ist das Hohlprägen.

Wie geht es nach Deinem Stipendium weiter?

Ich werde mich erstmal für die anstehenden Ausstellungen vorbereiten. Das Thema Identität wird mich auch weiterhin beschäftigen.  Natürlich werde ich den Fallhammer dabei sehr vermissen. Aber ich hoffe, die  Technik des Hohlprägens dennoch weiterhin für meine Arbeit verwenden zu können!

Vielen Dank für das Gespräch! Die Ausstellung mit Arbeiten von Elwy Schutten und drei weiteren Stipendiaten (Modedesignerin Mathilde Humbert und Produktdesigner Miriam Bohnenkämper  und Or Shachar) findet bis 09. Juli im EMMA-Kreativzentrum Pforzheim statt. Mehr Informationen erhalten Sie unter www.emma-pf.de.

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