Pfandleihhäuser im strukturellen Wandel – Worauf kommt es an?

Pfandleihhäuser im strukturellen Wandel

Mussten die Pfandleihhäuser vor nicht all zu langer Zeit gegen einen schlechten Ruf antreten, so hat sich ihr Image heute komplett geändert. Mit der gesetzlichen Pfandleihverordnung (PfandlV) und den Vorteilen eines unkomplizierten Kredites für kurzfristige finanzielle Engpässe gewinnen deutsche Pfandleihhäuser immer mehr Zuspruch und Kundschaft, größtenteils aus dem Mittelstand. So wird laut dem Zentralverband des Deutschen Pfandkreditgewerbes e.V. jährlich 470 Millionen Euro an etwa eine Millionen Menschen ausgezahlt.

Über 90% der Pfandleihgaben nehmen Luxusgüter wie Schmuck und Uhren ein. Eine steigende Tendenz zur Verpfändung der Autos und elektrischen Geräten wie Smartphones sei nach Informationen des Verbandes bemerkbar. In nur 7% aller Fälle müssen die Pfandsachen versteigert werden, weil sie nicht ausgelöst werden.

Doch trotz der guten Kundenquote stehen die Pfandleihhäuser vor großen Herausforderungen wie z.B. den steigenden Lagerkosten, niedrigen Bankzinsen und neuen Konkurrenten aus dem Internet – den Online-Kreditgeber.

Folglich ist es sehr wichtig, dass sich die Pfandleihhäuser in ihrem Geschäftsfeld strukturell wandeln. Ein sehr gutes Beispiel hierfür ist das Pfandhaus Hermann. Mit einer über 30 jährigen Erfahrung im Pfandgewerbe machte sich das Pfandhaus in der Edelmetall Branche einen Namen. Das anfangs Zwei-Mann-Antiquitätengeschäft hat in den 80er Jahren das Potential des Pfandgewerbes erkannt und sich darauf spezialisiert. Heute legt es neben der reinen Pfandbeleihung auch den Schwerpunkt auf Handel mit Schmuck und Juwelen. Eigene Goldschmiede und Goldschmiedemeister kreieren für das Unternehmen Schmuckkollektionen und Einzelanfertigung. Darüber hinaus verfügt das Pfandhaus über einen eigenen Onlineshop und agiert erfolgreich auf modernen Verkaufsplattformen wie Ebay.

 

Im Interview mit dem Geschäftsführer Herrn Stephan Hermann möchten wir auf die heutigen Anforderungen an ein Pfandleihaus eingehen.

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Stephan Hermann

Herr Hermann, welche Gründe haben Sie damals bewegt in das Pfandgewerbe einzusteigen und auf das Antiquitätengeschäft zu verzichten?

Da zum damaligen Zeitpunkt in Koblenz kein Pfandhaus existierte, habe ich mich entschlossen den Geschäftsumfang um den An- und Verkauf, sowie die Beleihung von Schmuck, Uhren  und Edelmetallen zu erweitern. Heute sind wir in diesem Bereichen so erfolgreich, dass wir den Handel mit Antiquitäten komplett eingestellt haben.

Was ist die größte Herausforderung aktuell für die Pfandleihhäuser?

Da die meisten Pfandhäuser heute fast ausschließlich Schmuck und Uhren beleihen, steigen bzw. fallen die Umsätze mit dem jeweils aktuellen Goldpreis. Beim Verfall des Goldpreises vor einigen Jahren hat auch unser Gewerbe einen Umsatzrückgang hinnehmen müssen. Wir befinden uns mittlerweile wieder in einer Erholungsphase.

 

Vor welchen zukünftigen Herausforderungen stehen, Ihrer Meinung nach, die Pfandhäuser?

Die Kompetenz der Mitarbeiter beim Bewerten und Erkennen von Echt oder Falsch ist wichtiger den je. Nur wer die nötige Expertise mitbringt, hat Erfolg als Pfandleiher.

 

Welche strategischen Veränderungen oder Anpassungen würden Sie vornehmen, um in einem stagnierenden Markt wie dem Goldankauf das Geschäft wieder anzukurbeln?

Nur wer seinen Kunden einen fairen und seriösen Ankaufpreis zahlt wird auch langfristig in einem rückläufigen Markt Erfolg haben.

 

Vielen Dank Herr Hermann für das interessante Gespräch! Weitere Infos zum Pfandhaus Hermann finden Sie unter www.pfandhaus-hermann.de.

 

Das Interview wurde geführt von Frau Yvonne Scharl. 

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