Mokume Gane: der Unikatschmuck

Wertvoller Schmuck zeichnet sich nicht nur durch das Design – sondern vielmehr durch seine Beschaffenheit aus. Das beste Beispiel hierfür sind Schmuckstücke aus Mokume Gane. Jedes ist so unikat wie sein Träger/in selbst. Doch was verbirgt sich hinter Mokume Gane? Wieso ist diese Technik gerade heute so gefragt? Wie werden Mokume Gane Module hergestellt? Was müssen Goldschmiede bei der Technik beachten? Dazu starten wir eine Beitragsserie im Edelmetall Blog. Los geht‘s mit der Einführung der Mokume-Gane Technik. Lassen Sie sich inspirieren!  


Die Mokume Gane Technik kurz erläutert

Mokume Gane sind Schichtblöcke, die durch Verschweißen dünner Bleche verschiedener Legierungen in kontrastierenden Farben entstehen. Dabei werden keine Flussmittel und Lot eingesetzt. Das Verschweißen erfolgt entweder auf traditionelle Art mit der Flamme oder durch das moderne Verfahren des Diffusionsschweißens. Wichtig bei beiden Prozessen ist es, Metalle mit ähnlichen metallurgischen und verarbeitungstechnischen Eigenschaften zu kombinieren.  

Die Geschichte der Mokume Gane

Mokume Gane kommt aus dem Japanischen und bedeutet wörtlich übersetzt „Holzmaserung“ und „Metall“, weil die Oberflächenstruktur einer Holzmaserung optisch sehr ähnelt.  Der erste Entdecker für Nichteisen-Mokume Gane ist der japanische Schwertschmied Denbei Shoami im 17. Jahrhundert. Mit Feuerschweißen ließ er Bleche aus Gold, Silber, Shakudo und Kupfer miteinander verschmelzen, um so einzigartige Muster zu erzeugen. Anschließend setzte er diese Technik im Bereich des Stichblattes ein und wertete das Stichblatt zu einem Statussymbol des Schwerteigentümers auf.

Erst in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde diese Technik durch das Ehepaar Hiroko Sato und Gene Pijanowski für den Schmuckbereich entdeckt. Sie optimierten die Technik der Mokume Gane für die Schmuckherstellung und führten sie erstmalig in den Vereinigten Staaten ein.

Weshalb ist Mokume Gane gerade heute so gefragt?

Vielleicht haben Sie schon mal was von „Selfness“ gehört?  Dieser Trend beschreibt, dass Individuen der heutigen Gesellschaft aktiv die Verantwortung für das eigene Leben übernehmen. Wichtige Entscheidungen werden im eigenen Interesse und im Sinne der eigenen Zufriedenheit getroffen. Hauptziele sind die freie und eigenverantwortliche Entfaltung und Selbstverwirklichung. Es kommt zur Ausbildung stark fragmentierter, individueller Lebensstile. Diese Einstellung wirkt sich ebenfalls auf die Wahl des Schmuckes aus. Massenwaren von der Stange sind nicht mehr interessant. Vielmehr streben die Menschen nach individuellen Schmuckstücken, die sie selbst aussuchen können und die kein anderer trägt. Und diesem Bedürfnis kommt Schmuck aus Mokume Gane entgegen. Die Wahl der Legierungen, die Musterung und die Form kann der zukünftige Träger selbst bestimmen. 

Aus diesem Grund zählt Mokume Gane zu den bekanntesten kreativen Halbzeugen weltweit. Von großen Luxus-Schmuckherstellern bis hin zu kreativen, selbstständigen Goldschmieden werden einzigartige Schmuckstücke aus Mokume Gane kreiert. Da die Herstellung in eigener Werkstatt ein hohes Maß an Erfahrung braucht, ist es für Schmuckdesigner einfacher, Mokume Gane Schichtblöcke als Halbzeuge zu beziehen. Mehr zum Thema der Herstellung von Mokume Gane erfahren Sie in unserem nächsten Blogbeitrag „Mokume Gane: die Herstellung“.

Lassen Sie sich von nachfolgenden Mokume Gane Werken inspirieren:

Vielen Dank für die Bereitstellung der Bilder an:

Silke Borowski-Hack: www.timbi-design.de/

Michael Andrés von Hobe: www.mvh.berlin

Gregor Wechselberger: www.DerGoldschmied.at

Ulrike Burgholzer: www.atelierrix.com

Charlotte Edtmayer-Scheibe: www.unikatschmuck.at