Wie beeinflusst der Terror den Goldmarkt?

Frankreich im Visier der Islamisten: Investoren suchen nach sicheren Investments! (C) fotolia.com

Das bestimmende Thema des Novembers war eindeutig der blutige Terror der Islamisten in Paris und die allgemeine Terror-Angst seit diesem blutigen Freitag, den 13.. Seit fast drei Wochen macht Europa nun Jagd auf die Terroristen. Der Besuch des Weihnachtsmarktes wird für viele nicht so unbeschwert sein wie noch vor Jahresfrist, da bewaffnete Polizisten ständig an die latente Terror-Gefahr bei großen Menschenansammlungen erinnern. Ob und wie weit sich das Privatleben jedes Einzelnen verändert, ist kaum pauschal zu beantworten. Die Wahrscheinlichkeit selbst Opfer eines terroristischen Anschlages zu werden, scheint jedoch nach wie vor äußerst gering.

Eine ganz andere Frage ist jedoch, wie sich die Attentate und deren Folgen auf die Wirtschaft und insbesondere auf die Rohstoff- und Edelmetallmärkte auswirken. Da es in der Vergangenheit bereits verheerende Anschläge in westlichen Metropolen gab, man denke nur an New York, Madrid oder London, haben wir die Erfahrung, dass solche Terrorakte die Konjunktur und die Aktienmärkte kaum nachhaltig beeinflussen. Selbst nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ging der Einzelhandelsumsatz der USA nur einen Monat zurück, um sich dann wieder auf dem vorherigen Niveau zu entwickeln. Trotz der kaum messbaren Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft waren die Menschen verunsichert, auch wegen der resultierenden Kriege in Afghanistan und dem Irak, sowie der Destabilisierung des gesamten arabischen Raumes. Ab 2001 gab es einen mehr als zehn Jahre dauernden Goldpreisanstieg und der Ölpreis verfünffachte sich in den sieben Jahren nach 09/11. Dies bedeutet selbstverständlich nicht, dass uns nun wieder zehn Jahre mit steigenden Goldkursen bevorstehen. Der Eigenschaft als „sicheren Hafen“ machte Gold seit den Anschlägen in Paris jedoch wieder alle Ehre. Zwar konnte man dies noch nicht am Goldpreis ablesen, die Barrenverkäufe an Privatkunden stiegen jedoch sprunghaft an.

Es bleibt nun abzuwarten, wie die Konsequenzen aus den Anschlägen aussehen werden. Frankreich hat bereits die militärischen Muskeln spielen lassen und die Bombardements in Syrien verstärkt. Dass diese Vergeltungsschläge den arabischen Raum weiter destabilisieren und die Bewohner weiter radikalisieren, haben wir aus den vergangenen Jahren gelernt. Kurzfristig wird der Goldkurs von der US-Geldpolitik bestimmt, mittel bis langfristig sind jedoch die geopolitischen Auswirkungen der Anschläge und eventuelle Folgen zu beachten. Stärkere Kursbewegungen sehen wir frühestens Mitte Dezember, nach dem Zinsentscheid in den Staaten.

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Ihr
Torsten Schlindwein