Let’s talk about Weißgold Teil 2: Wieso eigentlich Palladium?

Weißgold verarbeitung

Weißgold wird seit über 100 Jahren produziert. Letztlich hat sich Palladium als „Weißmacher“ durchgesetzt. Ich möchte der Frage: „Warum ist das so?“ auf den Grund gehen.

Gold ist bekanntlich gelb. Alle anderen Metalle, ausgenommen Kupfer, sind weiß. Das hat etwas mit der Reflexion des sichtbaren Lichtes zu tun. Das folgende Diagramm stellt die Reflexion von Licht in Abhängigkeit der Wellenlänge des sichtbaren Lichtes für verschiedene Metalle dar.

Reflexion und Wellenlänge

Wenn die Reflexion von Licht einigermaßen gleichmäßig über den gesamten Bereich erfolgt, so erscheint das Material weiß. Im Diagramm betrifft das Silber, Platin und Palladium, deren Reflexion eine leicht ansteigende Kurve zeigt. Palladium hat den vergleichsweise niedrigsten Reflexionsgrad, entsprechend wirkt es grau. Bei Gold wird der violette und blaue Anteil weitestgehend absorbiert, bei Kupfer sogar noch der grüne Anteil. Man kann also sagen, Gold ist weniger blau und erscheint deshalb gelb. Für Weißgold muss diese Reflexionsstufe von Gold egalisiert oder weiter nach links in Richtung ultraviolettes Licht verschoben werden. Die verschiedenen denkbaren Legierungselemente (nicht verboten, nicht extrem reaktiv, nicht radioaktiv) wirken sehr unterschiedlich und bringen zum Teil erhebliche Nachteile mit sich. Das ist vielfach untersucht und veröffentlicht. In nachfolgender Tabelle habe ich die Wirkungsweise der Legierungselemente grob zusammengefasst.

Tabelle_Legierungen_Bleich

Bei genauerer Betrachtung bleibt nur Palladium als geeigneter Weißmacher übrig. Platin bleicht zwar auch gut und steigert die Härte, aber es ist wesentlich teurer.

Hochwertiger Schmuck, edles Design und wertvolle Marken passen auch nicht mit kritischen Legierungselementen zusammen. Palladium hat bei seiner guten Bleichwirkung den Nachteil, die Schmelztemperatur erheblich zu steigern. Es geht deshalb bei der Legierungsentwicklung darum, eine optimale Element-Kombination zu finden.

Zum Schluss möchte ich eine Legierung vorstellen, die sich als sehr gute Lösung für den Schmuckguss etabliert hat: 751 WG 12.

Dieses Weißgold verbindet ein niedriges Schmelzintervall mit einer sehr guten Härte bei einem Palladiumgehalt von 13 %. Die Legierung zeigt keinen Aushärteeffekt. Dadurch können keinen unerwünschten Versprödungen auftreten. Außerdem ist die Legierung mit Feinkornzusätzen optimiert. Ein feinkörniges Gussgefüge ist eine gute Voraussetzung für eine reibungslose Verarbeitung. Diese Legierung ist eine Entwicklung aus dem Hause C.HAFNER und ist durch eine Patentanmeldung geschützt. Seit vielen Jahren verkaufen wir 751 WG 12. Es gibt praktisch keine Reklamationen. Das liegt natürlich auch wesentlich am Know-how der Gießer, die sich auf das Gießen dieser Legierung sehr gut eingerichtet haben.

Ihr
Thomas Laag

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