Physisches Palladium ist Mangelware

palladium, edelmetalle

Zu großen Turbulenzen kam es in den vergangenen Wochen am Palladium-Markt.  Insbesondere in fester Form war zuletzt kaum ein Gramm aufzutreiben. Die volkswirtschaftliche Grundregel, dass die Verknappung eines Angebotes zu steigenden Preisen führt, wurde bei Palladium zuletzt einmal mehr bestätigt.

Noch gravierender waren jedoch die Auswirkungen auf die sogenannten „lease rates“, die Zinsen für Edelmetallleihen. Innerhalb von drei Wochen stieg der  Zinssatz von etwa 1,5  Prozent auf zeitweise über 20 Prozent. Letztmals kam es Ende des vergangenen Jahrtausends zu ähnlichen Verwerfungen.

Aktuell scheint es, als beruhige sich die Marktsituation wieder etwas. Trotz allem liegen die Leihezinsen noch deutlich über dem üblichen Niveau und auch die physische Verfügbarkeit ist weiterhin deutlich eingeschränkt.

Aktuell ist noch nicht abzuschätzen wann sich die Situation wieder komplett normalisiert. Es gilt jedoch zu bedenken, dass aus der Automobilindustrie weiterhin eine steigende Nachfrage erwartet wird. In den vergangenen Jahren wurde ein fehlendes Angebot häufig aus russischen Lagerbeständen ausgeglichen, diese sind allerdings mittlerweile größtenteils aufgebraucht.
Torsten Schlindwein