Palladium – Hohe Nachfrage aber kaum Angebot

Wie bereits vor einigen Wochen an dieser Stelle geschrieben ist Palladium aktuell das mit Abstand spannendste Edelmetall. Die Leihezinsen sind aktuell viermal so hoch wie bei den übrigen Metallen und der Kurs hat gerade den höchsten Stand seit 2001 erreicht. Ausschlaggebend ist die weiter steigende Nachfrage, besonders aus dem Automobilsektor. Fast 80 Prozent des Palladiums werden aktuell in Autokatalysatoren verarbeitet. Unterstützt von den weiterhin niedrigen Zinsen steigen die Autozulassungen gerade in Asien und in Nordamerika weiter an. In Europa sind die Neuzulassungen eher stabil, aufgrund des Dieselskandals steigen aber viele von Dieselfahrzeugen (hier wird hauptsächlich Platin in den Katalysatoren verbaut) auf „Benziner“ um. Zuletzt lagen die jährlichen Steigerungsraten bei etwas über fünf Prozent.

Das Angebot stieg zuletzt um lediglich knapp ein Prozent. Dies verheißt für die Zukunft nichts Gutes, da die Nachfrage das Angebot wahrscheinlich immer weiter übersteigt.

In der Regel veranlassen steigende Preise die Rohstoffkonzerne neue Vorkommen zu erschließen und abzubauen. Von der Exploration bis zum Beginn des Abbaus in einer neuen Mine können aber durchaus etwa 10 Jahre ins Land ziehen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Großteil der Vorkommen in Russland und Südafrika sind und diese beiden Volkswirtschaften sind nicht gerade für schnelles und flexibles Handeln bekannt sind.

Wir erwarten die Palladiumnotierung weiterhin stark schwankend, aber voraussichtlich auf sehr hohem Niveau.

 

Torsten Schlindwein