Neu ist, das Alte zu bewahren

Am 23.September fand das zweite Stipendiaten-Treffen des Projektes „Pforzheim revisited“ zu einem besonderen Anlass statt. Seit 6 Jahren trägt das Stipendium zur Tradierung des Projektes „Manufakturelle Schmuckgestaltung“ in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Technikmuseum Berlin, der Hochschule Pforzheim Fakultät für Gestaltung, der Arbeitsgruppe „Schmuck verbindet“ und dem Unternehmen C.HAFNER bei.  Das Projekt zeigt Erfolge. Zum einen wurde das Projekt „Manufakturelle Schmuckgestaltung“  in die UNESCO-Liste der immateriellen Güter aufgenommen.  Zum anderen teilten die Stipendiaten bei diesem Treffen mit, welch eine große Bedeutung die Arbeit im Deutschen Technikmuseum Berlin für ihren Berufsstart hatte. Die Nachwuchstalente sind sich einig, die Möglichkeit mit so vielen traditionellen Techniken der Schmuckgestaltung zu experimentieren und dabei der Kreativität freien Lauf zu lassen, hatten sie nur bei diesem Stipendium. Gespannt blickt man auf die nächsten Jahre mit neuen Stipendiaten und ihren Ideen.

Als Dank für eine großartige Unterstützung des Projektes „Pforzheim revisited“ überreichten die jungen Schmuckdesigner an Frau Dr. Ruth Reisert-Hafner eine Kette mit  Arbeiten von jedem einzelnen Stipendiaten. Über diese Kette war Frau Dr. Reisert-Hafner sehr gerührt und insbesondere auch über die Erfolge der Nachwuchstalente. In ihrer Dankrede unterstrich sie die Bedeutung der manufakturellen Schmuckgestaltung  für die Stadt Pforzheim.  Mit den traditionellen Techniken würde die Stadt ein Alleinstellungsmerkmal gewinnen. Die ersten Schritte sind bereits gemacht worden, mit der Maschinenausrüstung im Kreativzentrum EMMA und der Neugestaltung des Technischen Museums Pforzheim. Sie würde sich freuen, wenn auch in der Hochschule Pforzheim darauf mehr eingegangen wird, beispielweise durch einen neuen Fachbereich. Das nötige Netzwerk sei  in Pforzheim vorhanden, um die Stadt auch als Manufaktur- und Kreativzentrum zu positionieren.

Goldene Medaille für Frau Dr. Ruth Reisert-Hafner

Der besondere Anlass für das Stipendiaten-Treffen war die Verleihung der „Goldenen Medaille der Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V.“ an Frau Dr. Ruth Reisert-Hafner. Seit vielen Jahren unterstützt die frühere Geschäftsführerin der C.HAFNER Gmbh + Co. KG mit großem Engagement das Handwerk des Goldschmiedens und die Förderung der Nachwuchstalente, beispielsweise mit dem internationalen Wettbewerb „Granulation 1996“, „Ruth-Reisert-Hafner Stipendium“ oder dem Stipendium „Pforzheim revisited“. Die Medaille überreichten Batho Gündra und Christianne Weber-Stöber von der Gesellschaft für Goldschmiedekunst in Hanau. Seit 1932 werden Persönlichkeiten aus der Wirtschaft, Kultur und Politik für ihr besonderes Engagement mit der goldenen Medaille ausgezeichnet. So unter anderem Bundespräsidenten Prof. Dr. Theodor Heuß und Walter Scheel. Frau Dr. Reisert-Hafner ist die zweite Frau in den 85 Jahren, die die goldene Medaille erhält.

Goldene Medaille für Goldschmiedekunst

„Ich fühle mich kolossal geehrt.“ so Frau Dr. Reisert-Hafner. Doch gleich betont sie, dass diese Ehre auch andere Menschen verdient haben, die sie in den Jahren begleitet haben. So auch Frau Weber-Stöber von der Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V.,  Frau Dr. Wohlauf mit der Idee, Broschen aus dem Jugendstil wiederherzustellen und dem daraus resultierenden Projekt „Manufakturelle Schmuckgestaltung“, Frau Andrea Grimm, sie führt das Projekt erfolgreich weiter, Frau Holzach vom Schmuckmuseum, Herrn Prof. Andreas Gut von der Hochschule Fakultät für Gestaltung in Pforzheim und viele weitere.

In Hinblick auf das Projekt „Manufakturelle  Schmuckgestaltung“ trifft die Aussage auf jeden Fall zu, dass das Neue und Innovative darin liegt, die traditionellen Techniken zu bewahren und neu zu interpretieren. Gespannt blicken wir in die Zukunft!

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