Manufakturelle Schmuckgestaltung – nun offiziell ein immaterielles Kulturerbe der UNESCO

„UNESCO“ ist vielen ein Begriff. Allerdings verbinden die meisten damit Weltkulturerben der architektonischen Art, wie dem Kölner Dom oder den Pyramiden in Ägypten. Nur wenige wissen, dass die Organisation der Vereinigten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur auch immaterielle Kulturerben schützt. Momentan sind 34 Einträge in das bundesweite Verzeichnis aufgenommen worden. Hierbei wird das Ziel verfolgt die ganze Fülle der kulturellen Ausdrucksformen aufrecht zu erhalten. Zu immateriellen Kulturerben zählen Ausdrucksformen wie z.B. Tanz, Musik und Handwerkskünste. Das Entscheidende bei der Wahl zum UNESCO Beitritt ist, dass diese von menschlichem Wissen und Können getragen werden, von Kreativität und Innovationsgeist geprägt sind, sowie von Generation zu Generation weitergereicht und neu aufgefasst werden.

Seit neustem wurde auch das Projekt „Manufakturelle Schmuckgestaltung“ in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Dieses langjährige Projekt führt viele Kräfte zusammen:  Jung und Alt, alte Goldschmiedetechniken und modernes Design, Enthusiasmus und Engagement.  Die Aufnahme in die deutsche Liste des immateriellen Kulturgutes der UNESCO bezeugt nochmal die Wichtigkeit dieses Projektes für unsere Gesellschaft und Kultur, nicht nur für Pforzheim.

Die Projekt-Beteiligten:

Ausgehend vom Deutschen Technikmuseum in Berlin arbeiten die Arbeitsgruppe „Schmuck verbindet“, die Hochschule Pforzheim, das Technische Museum in Pforzheim, das EMMA-Kreativzentrum und die Firma C.HAFNER, Wimsheim, zusammen.

Die Erfolgsgeschichte in Kürze:

Studenten/innen der Pforzheimer Hochschule, Studiengang Schmuck, können sich zunächst im Technischen Museum in Pforzheim mit Unterstützung erfahrener Industriegoldschmiede an historischen Maschinen mit traditionellen Techniken (guillochieren, prägen, pressen) vertraut machen, um sich dann, bei Interesse und Eignung, um ein Stipendium bei der Firma C.HAFNER  zu bewerben. Beim Erwerb dieses Stipendiums haben die Studenten/innen die Möglichkeit für 3 oder 6 Monate zum intensiven Erlernen der manufakturellen Schmuckherstellungsverfahren ins Deutsche Technikmuseum nach Berlin zu gehen, um dort neues und innovatives Design zu erproben.

Und wie geht es dann weiter?

Im neuen Kreativzentrum EMMA in Pforzheim, besteht die Möglichkeit an historischen Maschinen weiter zu arbeiten. Sie finden dabei die Unterstützung von Frieda Dörfer und Fabian Jäger (beide, Stipendiaten der ersten Stunde).

Auch die Verbindung zum Deutschen Technikmuseum  in Berlin, unterstützt von Andrea Grimm, der Projektleiterin, bleibt den Stipendiaten erhalten.

Wir werden also weiterhin über dieses Projekt informieren und die nächsten Stipendiaten/innen, die sich bereits in den Startlöchern befinden, begleiten.

Mehr zum Projekt erfahren Sie in unserem Blogbeitrag Pforzheim Revisited Stipendium: Die manufakturelle Schmuckgestaltung wird neu entdeckt.

Ihre
Sabrina Ietro