Manchmal ist Gold die einzige Option

Die Einführung der CAD/CAM-Technologie und die Etablierung neuer Materialien bei gleichzeitig steigenden Goldpreisen drängte die Verwendung von Edelmetall in der Zahnheilkunde stark zurück. Nicht wenige hatten den bewährten Werkstoff für die dentale Versorgung bereits totgesagt. Doch in manchen Fällen ist und bleibt Gold die einzige Option.

Dies zeigt u. a. die Behandlung eines Patienten, der im zahnlosen Oberkiefer mit einer herausnehmbaren Totalprothese versorgt war. Aufgrund des ungenügenden Halts der Prothese fühlte sich der Patient im Alltag stark eingeschränkt. Zur Wiederherstellung seiner Lebensqualität wünschte er sich eine festsitzende Lösung. Im Unterkiefer lag zudem eine Geschiebeversorgung vor, bei der im Zuge der Behandlung die Seitenzähne in regio 4-7 auszutauschen waren.

Die Materialauswahl 

Die Materialauswahl  erfolgte im Anschluss an die Gerüstkonstruktion. Nichtedelmetall war keine Option, da die behandelnde Zahnärztin NEM-Legierungen aufgrund potenzieller Allergierisiken für ihre Patienten grundsätzlich ablehnt. Bei der Entscheidung zwischen Vollkeramik und Edelmetall konnte sich Gold klar durchsetzen, denn das Haftverhalten von Keramik auf Gold ist prinzipiell signifikant besser als auf Zirkoniumdioxid. Da es sich hier um eine implantatgetragene Versorgung handelt, bei der der Dämpfungseffekt natürlicher Zahnpfeiler entfällt, würde bei einer vollkeramischen Brücke zudem ein höheres Chipping-Risiko bestehen.

Die finale Entscheidung zwischen der goldreduzierten Legierung CeHaLIGHT Plus oder der hochgoldhaltigen Legierung Orplid Keramik 5 war eine Preisfrage. Letztlich entschied sich der Patient für die günstigere goldreduzierte Variante.

Outsourcing aus wirtschaftlichen Aspekten

Die Konstruktionsdaten wurden an C.HAFNER übermittelt, um das Gerüst dort aus CeHaLIGHT Plus fräsen zu lassen. Schon 2013 haben wir unser Labor umgestellt und seitdem ist die Anfertigung von EM-Strukturen, mit Ausnahme von Sonderindikationen, komplett an cehaGOLD – Fräsen in Edelmetall ausgelagert.

 

 

Basalansicht der Konstruktion               Okklusalansicht der gefrästen Brücke 

Das Outsourcing ist sowohl für uns in betriebswirtschaftlicher Hinsicht als auch für die Patienten in puncto Qualität von Vorteil: Auf der einen Seite bestehen eindeutige Kosteneinsparungen gegenüber dem Gießen und eine Kapitalbindung durch eigene Goldvorhaltung entfällt. Auf der anderen Seite werden dank der Verwendung von Rohlingen aus standardisiertem Industrieguss Strukturen mit extrem homogenem und spannungsfreiem Gefüge erzielt.

Gold ist schon lange nicht mehr die Nummer 1 in unserem Labor, aber ganz ohne geht es eben auch nicht.

Herzlichen Dank an Jan Rissmann von Rissmann-Dental.

Okklusalansicht der implantatgetragenen Brücke

 

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