Inhorgenta Munich 2016: Meine Impressionen

Inhorgenta Munich 2016

Seit 43 Jahren findet die Fachmesse für Uhren, Schmuck, Edelsteinen und Perlen in München statt. Die Organisatoren werben damit, dass sie gemeinsam mit Herstellern, Designern und Schmuck-Großhändlern die Zukunft der Branche gestalten. Ich wollte mir selbst einen Eindruck davon machen und besuchte die Messe am 13 Februar. Nachfolgend mein persönlicher Erfahrungsbericht zur Messe und den Trends.

Kurz zu meiner Person: Ich bin Goldschmiedemeister und befinde mich derzeit im Studium zum Designer von Schmuck und Objekten der Alltagskultur. Das erste Mal war ich auf der Inhorgenta im Jahr 2003, damals noch zu Beginn meiner Lehre. Die vielen verschiedenen Schmuckstücke, Edelsteine, Uhren und Werkzeuge hinterließen einen großen Eindruck bei mir. Seither gehe ich immer wieder zu dieser Messe, vorrangig um Inspirationen zu holen und mich mit anderen Besuchern und Ausstellern auszutauschen, zu „netzwerken“ eben.

Die Inhorgenta Munich ist in den letzten Jahren in den Verruf gekommen, nicht mehr gut besucht zu werden. Die Anzahl der Aussteller schrumpft, die Gänge werden breiter und die Bemühungen der Organisatoren sich durch „Individualität. Innovation. Inspiration.“ hervorzuheben immer lauter. Vor allem erkennen diesen negativen Trend diejenigen, die schon seit Jahren hingehen. Leere Plätze werden durch Cafézonen besetzt und Laufstege aufgebaut.

Doch vielleicht ist es doch nicht so dramatisch wie es scheint?

Rund 940 Aussteller aus 33 Ländern waren auf der diesjährigen Inhorgenta Munich vertreten, darunter auch große Trendsetter. Die meisten Aussteller, mit denen ich geredet habe, waren mit den Kontakten und  Aufträgen, die jetzt auf der Messe zustande kamen, durchaus zufrieden.

In Halle B1 und B2 präsentieren sich und ihre neue Kollektionen viele namhafte Schmuckfirmen sowie Trauringhersteller. Die Modeshows in der Halle B1 boten einen anderen Blickwinkel auf die präsentierten Schmuckkollektionen als auf dem Messestand.

Aber auch die Aussteller in den Hallen C1 und C2 profitierten vom neuen Messekonzept. Hier möchte ich gern den Auftritt von Mirjam Geiß hervorheben. Ihr Marken-Name „Peccatum“ (latein. Sünde) steht für die Versuchung, der man schlecht widerstehen kann. Die Formensprache ist schlicht und erinnert an den Jugendstil, der durch den minimalistischen Umgang mit Flächen, Facetten und Drahtgebilden, genau in unsere Gegenwart passt.

Ferner ist mir die Entwicklung zur Digitalisierung aufgefallen. Mit dem INHORGENTA WEB CAMPUS wurde versucht den Besuchern die Welt des Internets näher zu bringen. Das Interesse hierfür war recht groß. Über dies war auch die Entwicklung bei den Zulieferern hin zur Digitalisierung sehr spürbar. Mit immer erschwinglicheren Geräten können sich bald auch kleinere Betriebe einen 3D-Drucker, eine Lasergraviermaschine oder eine CNC-Fräse leisten. Somit mein Appell an alle Schmuckschaffende: Die Digitalisierung betrifft auch unseren Beruf! Und je früher man sich damit auseinandersetzt, desto besser.

Als Trends für die kommende Saison nehme ich von der Messe mit: schlichter und voluminöser  Goldschmuck. Ein weiteres großes Thema beim Schmuck ist die Farbe Weiß, auch bekannt als „Pure White“. Im Gegensatz dazu steht der Trend, Schmuck mit filigranen und floralen Elementen, zu versehen. Hier kommen schnell Assoziationen von indischen Ornamenten oder verspielter Seidenspitze auf.

Mein Fazit: Zwar ist die Anzahl der Besucher und Aussteller nicht so hoch wie sie einmal war. Doch es lassen sich auf dieser Messe sehr gut Kontakte knüpfen, neue Kollektionen und Firmen anschauen und über viele verschiedene Themen informieren.

Die nächste Inhorgenta Munich steht mit großer Sicherheit auf meinem Messe-Besuchsplan!

Marc_Limper

Marc Limper
www.marclimper.de

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