Gold – Hillary Clinton oder Donald Trump?

Die Frage, die uns brennend interessiert: Welche Auswirkungen hat die Entscheidung der US amerikanischen Wähler auf den Goldpreis. In der Regel ist es die Chefin der Notenbank, Janet Yellen, die mit ihren Aussagen die Märkte bewegt. Sie wird frühestens im Dezember wieder einen größeren Auftritt haben, denn die Wahl zum Präsidenten steht bereits am 8. November an.

Aktuell liegt die ehemalige First Lady Hillary Clinton bei sämtlichen Meinungsumfragen leicht in Front, die Finanzmärkte gehen ebenfalls von ihrem Sieg aus. Allerdings war der Vorsprung schon deutlich größer, letzte Umfragen sehen sie lediglich noch mit drei Prozent in Führung.

Die meisten westlichen Politiker und Finanzexperten wünschen sich einheitlich eine Präsidentin Clinton. Sie scheint deutlich besser einschätzbar zu sein als ihr Widersacher und man erwartet, dass sie im Großen und Ganzen die Politik Barack Obamas fortsetzen würde. Nicht jeder ist mit dieser Politik einverstanden, aber vermeintliche Sicherheit beruhigt. Auch den Goldpreis!

Komplett anders sähe die Situation aus, wenn Donald Trump als Sieger aus dem Rennen ginge. Es wäre schwer einzuschätzen wohin die Politik geht. Die Verunsicherung aller wäre ziemlich groß. Der Goldkurs würde deutlich anziehen. Wie stark der Goldmarkt auf Unvorhergesehenes reagiert, haben wir kürzlich beim Brexit gesehen.

Es bleibt auf alle Fälle spannend wie das Rennen um das „Weiße Haus“ ausgehen wird. Für alle Marktteilnehmer lohnt es sich die Umfragen im Auge zu behalten und gegebenenfalls Kurssicherungen vorzunehmen.

Die Experten des Analysehauses GFMS verdeutlichen in ihrer Studie über das erste Halbjahr wie deutlich die Goldnachfrage zurückging. Quer durch sämtliche Sektoren wurden deutliche Nachfragerückgänge verzeichnet, beispielsweise der Schmucksektor mit etwa 30 Prozent, die Industrienachfrage mit über 7 Prozent aber auch die Zentralbanken nahmen lediglich noch halb so viel Gold ab wie im Vorjahreszeitraum.

Die Erklärung für die Rückgänge sind ganz einfach. Es ist nicht so, dass weltweit die Edelmetallindustrie ins Straucheln geraten ist. Ganz im Gegenteil, die Industriestaaten Nordamerikas und Europas hielten die Nachfrage trotz der hohen Preise stabil.

Auslöser der Nachfragerückgänge waren einzig und allein China und Indien. Diese beiden Nationen nahmen zuletzt deutlich weniger Gold ab. Dies geschah quer durch alle Branchen. Der Einfluss der beiden Länder auf den Goldmarkt ist mittlerweile so groß, dass es völlig egal ist, was die anderen Länder machen. Wirklich relevant für die Nachfragemenge sind diese beiden aufstrebenden Mächte.

Wir rechnen im Oktober vorerst mit einem weiter seitwärts verlaufenden Markt. Erst in Richtung US-Wahl könnte es richtungsweisendes geben, insbesondere wenn sich ein Wahlsieg Trumps abzeichnen sollte. Erst wenn der Präsident endgültig feststeht, wird man sich neuen, altbekannten Themen widmen, wie einer eventuellen Zinserhöhung im Dezember.

Ihr
Torsten Schlindwein

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