Gold als Ersatzwährung!

Gold als Ersatzwährung

Wer kennt sie nicht, die Geschichten der Eltern und Großeltern von der Reichsmark, die inflationsbedingt nach dem Krieg immer mehr an Wert einbüßte. Als Ersatzwährung galten damals Zigaretten, welche durchaus verschiedene Geldfunktionen übernahmen.

Glücklicherweise sind diese Zeiten lange vorbei und seit Einführung der D-Mark 1948 können wir in Deutschland auf eine stabile Währung setzen. Trotzdem gibt es aktuell immer wieder Situationen, in denen eine Ersatzwährung gefragt ist. Besonders Gold ist hier eine Option. Sei es als Absicherung gegen Negativzinsen oder gegen im Raum stehende Bargeldbeschränkungen – stets kommt man auf das güldene Metall.

Mitte März gab der DAX Konzern „Münchner Rück“ bekannt, dass er seit geraumer Zeit größere Mengen Gold in seinen Tresoren lagert. Man ist nicht etwa in den Goldhandel eingestiegen; aufgrund der Strafzinsen, welche die EZB für große Einlagen mittlerweile verlangt, sah man sich gezwungen nach einer Alternative zu suchen. Laut Vorstandschef Nikolaus von Bomhard sei man nicht gewillt diese „Strafen“ zu zahlen und so entschied man sich für Gold als Ersatzwährung. Schnell liquidierbar aber trotzdem platzsparend zu lagern. Wir werden beobachten, ob weitere Großkonzerne dem Münchner Konzern folgen. Je höher die Strafzinsen steigen, umso wahrscheinlicher wird es, dass sich Nachahmer für diesen Kurs finden. Aber nicht nur große Konzerne und Institutionen stoßen bei der Suche nach einer Ersatzwährung auf Gold. Als Finanzminister Wolfgang Schäuble Anfang Februar anregte, den Bargeldverkehr einzuschränken, gab es in Deutschland einen deutlichen Anstieg beim Handel mit Goldmünzen und -barren. Zwar wurde in Berlin schnell zurückgerudert, dass man dies alles nicht so meinte, trotz allem suchten sich viele Bundesbürger eine Alternative zum Bargeld bzw. Bankeinlagen. Hier sind wir nun wieder beim Thema „Ersatzwährung“.

Diese Zeilen sollen keinesfalls dazu aufrufen, unserer europäischen Gemeinschaftswährung zu misstrauen. Vielmehr sollen sie verdeutlichen, wie vielschichtig die Gründe für den Goldkauf sein können. Selbstverständlich könnten wir diese beliebig weiter fortführen. Auch ohne die Unterstützung Wolfgang Schäubles gab es zu Jahresbeginn eine enorm hohe Nachfrage nach Anlagegold. Besonders in Europa, allen voran Deutschland, stieg die Nachfrage zu Jahresbeginn deutlich an. Gestützt wurde dies von geldpolitischen Maßnahmen der EZB, welche noch mehr billiges Geld auf den Markt brachte.

Des Weiteren sorgte der stark steigende Kurs für mediales Interesse am Gold. Sämtliche Medien, sogar der Boulevard, berichteten nach langer Zeit wieder über Investments in Edelmetallen und unterstützen so die Verkäufe.

Der Goldpreis hat sich nach seinem steilen Anstieg auf über 37,00 EUR/g wieder etwas korrigiert. Die nächsten Wochen versprechen nun viel Spannung für den weiteren Kursverlauf in diesem Jahr. Gibt es eine Wiederholung des Vorjahres, als der Kurs im ersten Quartal ebenfalls auf über 37,00 EUR/g kletterte, nur um dann wieder auf das Startniveau von knapp über 30,00 EUR/g zu fallen? Oder sind wir nur in einer kurzen Verschnaufpause und der Kurs startet demnächst in neue Höhen? Es bleibt spannend!

Lesen Sie mehr zu Entwicklungen im Edelmetallmarkt in unserer aktuellen Fokus Edelmetall Ausgabe.

Ihr
Tosten Schlindwein

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