Fokus Edelmetall: Goldkurs auf dem Höhenflug

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Kaum zu bremsen war zuletzt die Goldnotierung, welche in den vergangenen Tagen den höchsten Stand seit 2013 erzielte. Seit Jahresbeginn führte der Kurs sukzessive nach oben. Im ersten Halbjahr 2019 verteuerte sich das goldene Metall um neun Prozent und auch im Juli war der Aufwärtstrend weiterhin intakt.

Der Haupttreiber war zuletzt eindeutig die Aussicht auf niedrigere Leitzinsen, vor allem in den USA. Der Chef der US-amerikanischen Notenbank Federal Reserve, Jerome Powell, äußerte sich unmissverständlich in Richtung Zinssenkung. Höchstwahrscheinlich werden bereits Ende Juli die Zinsen gesenkt. Im vergangenen Jahr hatte die „Fed“ vier Mal den Leitzins erhöht, letztmals im Dezember auf eine Spanne von 2,25 bis 2,50 Prozent. Zuletzt hatten sich die Konjunkturaussichten jedoch deutlich eingetrübt, worauf die US-Zentralbank nun in ihrer nächsten Sitzung reagieren will.
Umgehend reagierte der Goldpreis und stieg erstmals seit 2013 wieder über die magische Grenze von 40,00 €/g. Das goldene Edelmetall wurde einmal mehr seiner Eigenschaft als Inflationsschutz Nummer eins gerecht. Als Folge fallender Zinsen steigt die Inflation und damit wiederrum der Goldpreis.

Interessant wird sein, wie die Europäische Zentralbank reagieren wird. Hier hatte man nicht die Möglichkeit und die Courage wie in den USA, die Zinsen zu erhöhen. Hier liegt man bereits bei null Prozent. Würden die Zinsen erneut gesenkt, hätte man erstmals negative Zinsen. Die Auswirkungen kann bisher niemand genau absehen. Werden die Zinsen nicht gesenkt, beraubt  man sich eines wichtigen Instrumentes der Geldpolitik.

Federal Reserve: Die Zinswende in den USA steht unmittelbar bevor! ©fotolia.com

Egal wie die Zinspolitik beiderseits des Atlantiks weitergeht, der Goldmarkt reagiert in der Regel unmittelbar auf Veränderungen.

Ebenfalls Einfluss auf den Goldpreis hatte zuletzt die steigende Kriegsgefahr im Nahen Osten. Seit der US-amerikanischen Kündigung des Nuklearabkommens mit dem Iran schaukeln sich die beiden Parteien immer weiter hoch, ein Krieg auf der Arabischen Halbinsel ist aktuell nicht auszuschließen. 

Ein Krieg in der Region und besonders in der „Straße von Hormus“ hätte neben den fatalen humanitären Konsequenzen auch massive Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Da in der Region nach wie vor ein großer Teil der globalen Erdölproduktion gefördert wird, würden kriegerische Aktionen den Ölpreis massiv verteuern, was äußerst negative Folgen für die ohnehin schwächelnde Weltwirtschaft hätte.
Wie so oft in der Vergangenheit zu sehen war, haben steigende Ölnotierungen einen ebenfalls steigenden Goldkurs zur Folge.  

Die kommenden Wochen versprechen weiterhin Spannung im Goldmarkt. Neben den zahlreichen geopolitischen Themen, muss man die Entscheidungen der wichtigen Notenbanken im Auge behalten. Selbst vage Aussagen der Zentralbänkerhatten zuletzt gravierende Auswirkungen auf die Kurse. Sollten die US-Zinsen stärker als erwartet gesenkt werden, sind selbst die historischen Höchstwerte aus 2011 nicht mehr außer Reichweite.

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