Eine Geschichte für die Weihnachtszeit, erzählt von „Schmucki der Perlsau“.

Ja, ich bin eine Perlsau und ich will Euch meine Geschichte erzählen.

Begonnen hat wohl alles in München, im Atelier eines berühmten Künstlers.

Der macht wunderschöne Dinge. Dort bin ich hergestellt worden, aus lauter Perlen. Mein ganzer Kopf ist aus Perlen, richtige Perlen, die ein bisschen rötlich glänzen. Ich bin sehr gut geraten und finde mich ausgesprochen attraktiv. Wahrscheinlich sollte ich eine Brosche sein. Ganz sicher bin ich da jedoch nicht. Vielleicht kann man mich auch an eine Kette hängen. Das weiß ich alles nicht so recht.  Weil dem besagten Künstler seine schönen Dinge aber auch  über die ganze Welt verteilt sind, habe ich mir Gedanken gemacht, ob ich nicht auch einmal in New York oder vielleicht in Miami landen werde. Der Künstler hat nämlich ein Armband aus Gold gemacht, das aussieht wie Wellpappe und das wurde sogar in Miami ausgestellt und sehr bewundert.

Aber meine Träume gingen nicht in Erfüllung, denn ich wurde eines Tages in eine dunkle Schachtel verpackt und landete nicht in New York. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie traurig ich war, denn ich landete in Pforzheim, ausgerechnet in Pforzheim, in der Goldstadt! Dort wurde ich mit vielen anderen Objekten  auf einem Tisch zu einer Art Modeschau aufgebahrt. Sicher war mein Künstler stolz auf mich, und wollte mich dort ausstellen. Ich war sehr gespannt, wie das alles vor sich und weiter ging. Da kamen eine Menge Menschen und schauten uns alle begierig an. Und zum Schluss wurden dann Preise vergeben. Ich bekam zwar einen Preis, aber nicht den „Ersten“. Das machte mich sehr traurig und ein paar Tränchen flossen an meinen Perlen herab. Am liebsten wäre ich wieder in meinem schönen Atelier in München.

Es kam aber ganz anders. Wir lagen alle noch ganz brav nebeneinander auf dem großen Tisch , als eine Dame auf mich zukam , mich hochhob und von allen Seiten betrachtete – es war die Chefin vom Schmuckmuseum in Pforzheim. Und Ihr werdet es nicht glauben, sie war so verzückt von meiner Schönheit, dass sie mich auserwählte- aus all den anderen – fürs‘ Schmuckmuseum in Pforzheim. Und damit fängt meine Erfolgsgeschichte an.

Fortan wurde ich eine der wichtigsten Objekte im Schmuckmuseum und führe bis heute ein lebhaftes und interessantes Leben. Zunächst wurde ich eingekleidet und in ein rosafarbenes Mäntelchen gesteckt, passend zu meinem Perlenkopf. Mit mir werden nämlich Führungen für Kinder gemacht, die auf Schatzsuche ins Schmuckmuseum gehen, immer sonntags, meistens mit der ganzen Familie und  manchmal bin ich Kooperationspartner bei einem Figurentheater. Ich werde auch ausgeliehen zu den Führungen im Technischen Museum, in der Stadtbibliothek war ich auch schon und immer sind die Kinder ganz verzückt von mir.

Ich habe sogar einen Namen bekommen „Schmucki“ heiße ich, SCHMUCKI die PERLSAU.

Und es gibt ein tolles Buch über mich. Da bin ich auf der Titelseite. Es heißt “Schatzsuche mit Schmucki der Perlsau“. Wenn das die Anderen wüssten, die alle mit mir damals auf dem Tisch lagen!

Das Buch kann man kaufen. Es ist sehr interessant und lehrreich und enthält alle meine neugierigen Fragen. Man lernt, wie man Schmuck herstellt und es gibt Rätsel, die man dann mit einer Lupe, die im Buch drin ist,  entdecken kann. Und Bastelbeispiele. Es ist ein wunderbares Buch, auf das ich super stolz bin.

Die Frage ist, ob das alles mein „Urheber“  weiß,… dass ich so berühmt bin?

Er bekommt so viele internationale Preise, dass er sicher nicht mehr an mich, die kleine Perlsau denkt. Obwohl ich das Schönste bin, das er jemals gemacht hat.

Danke, David Bielander!

Frohe Weihnacht,

Eure Schmucki, die Perlsau

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