3D-Druck im Fokus der Dentalbranche

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Vom 15.-17. Juni 2017 fand in der K3N-Stadthalle Nürtingen die Traditionsveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Dentale Technologie statt. Dieses Mal drehte es sich alles rund um den 3D-Druck in der Zahntechnik und Zahnmedizin. Zahlreiche Referenten berichteten in ihren Vorträgen, warum sie diese Technologie anwenden und welche Vorteile und Nachteile der 3D-Druck hat.

Bemerkenswert war hier der Festvortrag von Prof. Dr. Ing. A. Gebhardt von der Uni Aachen, Leiter des Goethe Lab. Das Goethe Lab ist ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für 3D-Druck-Prototypen, wo komplexe Drehteile und Strukturen für Partner aus Maschinenbau, Luft- und Raumfahrttechnik, Kunst und Kunstgeschichte, Archäologie, Medizin- und Medizintechnik erstellt werden. Es betreibt die größte SLM Anlage der Welt.

In seinem Vortrag behandelte Prof. Dr. Ing. A. Gebhardt die Grenzen und Möglichkeiten des 3D-Druckes: Hype, Revolution und Nachhaltigkeit. Diese Technologie wird in Zukunft unseren Alltag begleiten. Ob es das Ersatzteil eines Staubsaugers ist oder das Türschloss der Haustür, alles ist mithilfe eines STL- Datensatzes möglich. Ferner kann man mehrere Werkstoffe beim Drucken kombinieren sowie bionische Designs erstellen. Weltweit gibt es mehrere tausend Patente darauf. Sogar in den Kinderzimmern der USA hält der 3D-Drucker Einzug. Für einen dreistelligen Dollar Betrag können Spielzeuge gedruckt werden.

Einen Personal Printer gibt es bereits ab 500 €, einen professionellen ab 3.500 € und einen industriellen Printer für bis zu 1.500.000 € zu kaufen.

Interessant war die Präsentation der fünf Fertigungsverfahren:

1.    LS, sls lokales Aufschichten unterschiedlicher Werkstoffe
2.    Schicht-Laminat-Verfahren LLM, LOM
3.    3dp, mit Pulver-Binder Verfahren
4.    Stereolithographie, Polymer Printing (Polyjet)
5.    Extrusionsverfahren LFLM, FDM

Doch nach wie vor müssen die Produkte aus diesen Verfahren nachbearbeitet werden – als sogenannte Hybrid Fertigung – entweder manuell oder mithilfe von CNC-Technik.

Wichtige Faktoren für die Qualität der Fertigung mit einem 3D-Printer sind zum einen die Konstruktion-Software und zum anderen die verwendeten Materialien. Die heutige Vielfalt an der zu druckenden Materialien ist faszinierend, so gibt es bereits ein gedrucktes Exponat aus Mondsand oder gedruckte Kleider. Gekonnte führte Prof. Dr. A.Gebhardt das Publikum in seinem Vortrag durch die weite Welt des 3D-Druckes.

Auch dieses Jahr bewies sich die ADT als eine innovative Veranstaltung für Zahnärzte und Zahntechniker. Aufgrund des großen Interesses am 3D-Druck in der Dentalbranche wird nun dauerhaft das 3D-Druck-Forum auf der ADT vom Vorstand installiert.

Nico Gabler

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